Ich lieb′, und will mein Lebenlang

Der Liebe willig fröhnen.

Ich sing′, und ihr soll mein Gesang

Bis an mein End′ ertönen.

Das Leben wird zur langen Nacht,

Wenn nicht ein Kuß es kürzer macht,

Und heller das Lächeln der Schönen.

 

Ich lieb′, und will mein Lebenlang

Nach einem Kuß′ mich sehnen.

Ich sing′, und nie soll mein Gesang

Den größern Sold beschönen.

Die Liebe hüllet sich in Nacht,

Nimmt sich das Liebchen nicht in Acht,

Den letzten der Wünsche zu krönen.

 

Ich lieb′, und finde Lebenslang

Dich schöner als Helenen.

Ich sing′, und nie wird dem Gesang′

Sich Liebchens Ohr entwöhnen.

Die edle Liebe haßt Verdacht;

Doch wenn ihr Zorn einmal erwacht,

So wird sie sich nimmer versöhnen.


Das Gedicht "Entschluß" stammt von   (1748 - 1828).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte