Die schlafbefangenen Wimpern macht

Mir Zephir leicht mit sanften Schwingen,

Doch bin ich nicht zum Glück erwacht,

Verheißt mir auch der Tag Gelingen.

Und nicht der Morgenröte Kranz,

Dem Lichtgespann vorausgehoben;

Nicht reifer Felder Duft und Glanz,

Nicht schleierzarte Bläue droben;

Nicht Lärm der Hunde, nicht der Ritt

An menschenleeren Uferhängen

Ermuntern mich. Ich halt nicht Schritt

Mit ausgelassenen Jagdhornklängen.

Die Seele, aufgestört im Traum,

Ist ausgesetzt an allen Orten.

Der stolze Geist hält nicht im Zaum

Die Liebesglut mit kalten Worten.


Das Gedicht "Das Aufwachen" stammt von   (1787 - 1855).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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