Die schlafbefangenen Wimpern macht
Mir Zephir leicht mit sanften Schwingen,
Doch bin ich nicht zum Glück erwacht,
Verheißt mir auch der Tag Gelingen.
Und nicht der Morgenröte Kranz,
Dem Lichtgespann vorausgehoben;
Nicht reifer Felder Duft und Glanz,
Nicht schleierzarte Bläue droben;
Nicht Lärm der Hunde, nicht der Ritt
An menschenleeren Uferhängen
Ermuntern mich. Ich halt nicht Schritt
Mit ausgelassenen Jagdhornklängen.
Die Seele, aufgestört im Traum,
Ist ausgesetzt an allen Orten.
Der stolze Geist hält nicht im Zaum
Die Liebesglut mit kalten Worten.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte