Ein Bruchstück.

 

Zu dir erhebt sich mein Lied, o ewige Quelle des Lebens!

O, du von den Lippen danksagender Weisen Jehova gegrüßet,

Und Oromazes und Gott! gleich groß im Tropfen des Thaues,

Der hier vom Grase rollt, gleich groß in der Sonne, die rastlos

Rings um sich an goldenen Seilen glückselige Weiten herumführt;

Im Wurme, der einen bestäubten Erntetag lebt, und im Cherub,

Der alle Naturen durchforscht seit seiner undenklichen Jugend,

Und viele Glieder bereites an der Kette der Wesen verknüpft sieht,

Er selbst, der Oberste: doch in deiner Größe versinket, –

Wie soll ich in menschlicher Rede den Kindern der Erde dich nennen, –

Dich, deines unendlichen Weltraums allbelebende Fülle? – –

Mit Schaudern versenkt sich in ihn mein Geist in den Tempeln der Wälder.

Auf himmelstrebenden Felsen am Rande der grausenden Tiefe!

Und o! wie verschwindet mir dann die sinnliche Freude! wie werden

Mir alle Begierden erhöht. – Du Weltgeist, hier steh' ich verloren

Auf einem Staube des Ganzen, und breite die Hände zu dir aus:

Erhältst du, wenn einst dies zarte Gewebe des Leibes sich auflös't,

Ein höheres Antheil von mir, so soll die Bewunderung deiner

Mein langes Geschäft verbleiben, mein langer Gesang .....


Das Gedicht "Der Anbeter der Gottheit" stammt von   (1725 - 1798).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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