Bei Einweihung eines Kamins in einem Gartenhause.

 

Dir, o Sohn der Juno! sey dieser Marmorheerd heilig,

Herrscher der Feueressen in Lemnos,

Der du mit flammender Lohe den aufgebläheten Xanthus

Halb verraucht in sein Lager zurück zwangst,

Daß du den Boreas hier und sein kaltes Gefolge verjagest.

Dankbar weih' ich dir täglich ein Opfer,

Ein unsträfliches Blatt, von der schönen Elvire geschrieben,

Der Vermählten des mürrischen Balbus.

Daß kein böser Verdacht die muntere Freundin entehre,

Lodre dir, eifersüchtigem Gatten

Der süß lächelnden Cypria, sonder Reue dies Opfer,

Wann ich am Morgen vor deinem Altare

Die geröstete Frucht des Arabischen Kaffeebaums trinke,

Und ein blaues Ambrosienwölkchen

Mir die Stirn umwirbelt, gleich einem der seligen Götter;

Oder am Abend den Fürsten der Deutschen

Weine versuche, den einst er reiche Patricier Ulfo

Feierlich schwur so lange zu schonen,

Bis ihm ein lachender Sohn entgegen lallte; der aber,

Dreißig Jahre sein Weibchen bewachend,

Ohne Sohn verstarb und ohne den sorgsam bewahrten

Festwein, dessen Erlösung anhebt.


Das Gedicht "An den Vulkan" stammt von   (1725 - 1798).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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