Nicht Friedrichs Helden, welche der Brenne liebt,

Schwerin und Heinrich, Bevern und Winterfeld,

Nicht jeder Gwelse nur und Seidlitz

Sind der gewaltigen Hymne würdig.

 

Auch ihr, der Staaten friedliche Wächter, habt

Ein hohes Recht an unsern geflügelten

Gesängen; auch der tapfre Richter

Mächtiger Frevel und armer Unschuld;

 

Auch deren Geist dem immer erneuerten

Geschlecht der Menschen Güter und Künste fand;

Auch wer allwachsam seinen Bürgern

Ueberfluss, Sitte, Gesundheit austheilt.

 

Noch viele goldne Pfeile ruhn unversucht

Im Köcher eines Dichters, der frühe schon

Sein Leben ganz den liederreichen

Schwestern Uraniens angelobt hat;

 

Der, hoffend auf die Krone der Afterwelt,

Den bürgerlichen Ehren entsagete;

Der alle Wege, die zum Reichthum

Führen, verliess: ein zufriedner Jüngling.

 

Verleiht, bevor diess Haupthaar der Reif umzieht,

Ein guter Gott mir Einen Aonischen

Mit Bächen und Gebüsch durchflochtnen

Winkel der Erde: so sollen alle

 

Durch alle Winde fliegen, den Weisesten

Ein süsser Klang, dem Ohre des blöden Volks

Unmerklich. – Ungeschwächt soll ihre

Töne der Brittische Barde trinken;

 

Sie sollen hell den Himmel Ausoniens

Durchwirbeln; (dort war ehmals ihr Vaterherd

Auch Galliens vergnügter Sänger

Höre den Nachhall, nicht ohne Scheelsucht.


Das Gedicht "Abschied von den Helden" stammt von   (1725 - 1798).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

 

Weitere gute Abschiedsgedichte zum schmökern.

 



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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