Stürmisch entfliehet
Der Augenblick;
Was er entziehet,
Kehrt nicht zurück.
Tod ist das Leben
Ein ewiger Tod;
Menschenbestreben
Beherrscht die Not;
Und er verhallet
In Nichts dahin;
Und es verschallet
Sein Tun und Glühn.
Geister verhöhnen
Ihm seine Tat;
Stürmisches Sehnen,
Und dunkler Pfad;
Ewiges Reuen
Nach eitler Lust;
Ewiges Bräuen
In tiefer Brust;
Gierig Bestreben
Und elend Ziel
Das ist sein Leben,
Der Lüfte Spiel.
Groß es zu wähnen
Doch niemals groß,
Selbst sich zu höhnen,
Das ist sein Los.
Das Gedicht "Menschenleben" stammt von Karl Marx (1818 - 1883).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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