So muß ich nichtig ringen
    Im heissen Seelenstreit,
Zu Dir hinanzudringen,
    Von Fesseln kühn befreit.

Mir wird kein Liebeszeigen,
    Kein einzig, gütig Wort,
Und Deine Lippen schweigen,
    Und meine Glut brennt fort.

Bis sie im Nichts verrauchet,
    So unbefriedigt leer,
Bis ich den Geist verhauchet,
    Der einst so Liebehehr.

Und meiner Seele Zweige,
    Sie streben nichtig auf,
In luft'gem Ätherreiche
    Zu enden ihren Lauf.

Vergebens will ich saugen,
    Von oben Licht und Glut;
Du wendest weg die Augen,
    Und mir entsinkt der Mut.


Das Gedicht "Klage" stammt von   (1818 - 1883).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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