Die Lampe brennt so stille,
Und wirft mir milden Schein,
Sie scheint mit mir zu klagen,
Als kennt' sie meine Pein.
Sie sieht mich stets so einsam,
In meine Brust versenkt,
Wenn tiefe Geistgestalten
Die Phantasie erdenkt.
Sie scheinet selbst zu ahnen,
Dass ihr armflackernd Licht
Vor einer Glut versinket,
Die aus dem Busen bricht.
Doch ach! die Glut, sie ruhet,
Nicht in sich selber mehr,
Es sind nur schwache Strahlen
Aus Deiner Seele Meer.
Das Gedicht "Abendstunde" stammt von Karl Marx (1818 - 1883).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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