Auf Jubeldonner und Liedersturm!

Der Begeisterung Blitz hat gezündet;

Der Mannheit Eiche, der Teutschheit Thurm

Ist in Teutschland wieder gegründet:

Der Freyheit Wiege, dein Sarg, Drängerey!

Wird gezimmert aus dem Baume der Turnerey.

 

Ein Turner ist Der: so mit Wehr und Geschoss

Durch das Blachfeld stürmt, durch Geklüfte,

In die Wogen sich wirft, auf das bäumende Ross,

In die Lüfte sich schwingt, in die Grüfte,

Der Freyheit nicht ohne Gleichheit kennt,

Dem Gott und sein Volk nur im Busen brennt!

 

Das Kreuz und der sausende Freyheitsfahn,

Auf des Hochstamms zerhauener Krone,

Beut Kreuzeslast auf der sauren Bahn

Und Rast auf dem Kreuz ihm zu Lohne;

Die Eintracht schirmet, die Gleichtracht wacht

Vor Hochmuthsteufel und Niedertracht.

 

Auf auf du Turner! Du Teutscher, wolan!

Auf ehrliche, wehrliche Jugend!

Noch ficht mit der Wahrheit gekrönter Wahn,

Noch kämpft mit dem Teufel die Tugend.

Schwerdstahl, aus dem Rost! aus dem Schlauch junger Most!

Durch die Dunstluft, Nordost! grüner May, aus dem Frost!


Das Gedicht "Turnbekenntniß" stammt von   (1796 - 1840).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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