Es wollten vor uralten Zeiten

Die Thiere mit den Vögeln streiten.

Sie musterten ihr Kriegesheer.

Ein alter und erfahrner Bär

Ward zu dem Feldzug General.

Als dieser in der Krieger Zah

Den Hasen und den Esel sah,

Sprach er zum Löwen: Diese da

Mag ich in der Armee nicht wissen,

Wir können sie gar wohl vermissen!

Sie würden uns doch nur entehren,

D′rum lass′ sie sich zum Teufel scheeren!

Der Thiere weiser König sprach:

Herr General, etwas gemach!

So sehr Sie ihren Zorn erhitzen,

So sehr kann ich sie beide nützen!

Wir brauchen zum Courier den Hasen;

Der Esel soll zum Treffen blasen,

Den Feind mit seiner Stimm′ erschrecken,

Und unsern Kriegern Muth erwecken.

 

Laßt den Geringen auch nicht müßig,

Im Staat ist Niemand überflüssig,

So schlecht er seyn mag von Natur,

Gebt ihm die rechte Stelle nur.


Das Gedicht "Der Esel und der Hase" stammt von   (1726 - 1777).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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