Im hellen Blumengarten
Eine fromme Mutter stand,
Ihr herzig Kind zu warten;
Sie wiegt es mit der Hand.
Die Blütenzweige fächeln,
Der Knabe regt sich kaum,
Er blickt mit süßem Lächeln
Zum blauen Himmelsraum.
Die goldnen Löckchen wehen
Ihm um das Haupt zumal;
Was mag das Kindlein sehen
Im großen Himmelssaal?
Es strecket mit Verlangen
Die zarten Arme aus,
Den Vater zu erlangen
Dort oben im hellen Haus.
Die Englein all′ erscheinen,
Sie bringen sel′gen Gruß;
Wie kommt es, dass ich weinen,
so herzlich weinen muss?
Das Gedicht "Die junge Mutter" stammt von Julius Mosen (1803 - 1867).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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