Sie stand wohl am Fensterbogen

Und flocht sich traurig das Haar,

Der Jäger war fortgezogen,

Der Jäger ihr Liebster war.

 

Und als der Frühling gekommen,

Die Welt war von Blüten verschneit,

Da hat sie ein Herz sich genommen

Und ging in die grüne Heid′.

 

Sie legt das Ohr an den Rasen,

Hört ferner Hufe Klang -

Das sind die Rehe, die grasen

Am schattigen Bergeshang.

 

Und abends die Wälder rauschen,

Von fern nur fällt noch ein Schuß,

Da steht sie stille zu lauschen:

»Das war meines Liebsten Gruß!«

 

Da sprangen vom Fels die Quellen,

Da flohen die Vöglein ins Tal.

»Und wo ihr ihn trefft, ihr Gesellen,

O, grüßt mir ihn tausendmal!«

 


Das Gedicht "Parole" stammt von   (1788 - 1857).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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