Solange Recht regiert und schöne Sitte,

Du schlicht und gläubig gehst in sichrer Mitte,

Da trittst du siegreich zwischen Molch und Drachen,

Und wo du ruhst, da wird ein Engel wachen.

Doch wenn die Kraft, die wir »Uns selber« nennen,

Die wir mit Schaudern raten und nicht kennen,

Gebundne Bestien, wie geklemmt in Mauern,

Die nach der alten Freiheit dunkel lauern -

Wenn die rebellisch sich von dir lossagen,

Gewohnheit, Glauben, Sitt und Recht zerschlagen,

Und stürmend sich zum Elemente wenden:

Mußt Gott du werden oder teuflisch enden.


Das Gedicht "Memento" stammt von   (1788 - 1857).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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