Es fiedeln die Geigen,

Da tritt in den Reigen

Ein seltsamer Gast,

Kennt keiner den Dürren,

Galant aus dem Schwirren

Die Braut er sich faßt.

 

Hebt an, sich zu schwenken

In allen Gelenken.

Das Fräulein im Kranz:

"Euch knacken die Beine. -"

"Bald rasseln auch deine,

Frisch auf spiel′t zum Tanz!"

 

Ein Kenner im Ringe

Betrachtet die Sprünge,

Er findet′s gemein.

"Dir kann′s auch nicht schaden!"

Die vornehmen Waden

Muß er schwingen im Reih′n.

 

Die Spröde hinter′m Fächer,

Der Zecher vom Becher,

Der Dichter so lind,

Muß auch mit zum Tanze,

Daß die Lorbeern vom Kranze

Fliegen im Wind.

 

So schnurret der Reigen

Zum Saal ′raus in′s Schweigen

Der prächtigen Nacht,

Die Klänge verwehen,

Die Hähne schon krähen,

Da verstieben sie sacht. -

 

So ging′s schon vor Zeiten

Und geht es noch heute,

Und hörest du hell

Aufspielen zum Reigen,

Wer weiß, wem sie geigen -

Hüt′ dich, Gesell!


Das Gedicht "Der Kehraus" stammt von   (1788 - 1857).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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