1815

 

Was Großes sich begeben,

Der Kön′ge Herrlichkeit,

Du sahsts mit freudgem Beben,

Dir wars vergönnt, zu leben

In dieser Wunderzeit.

 

Und über diese Wogen

Kam hoch ein himmlisch Bild

Durchs stille Blau gezogen,

Traf mit dem Zauberbogen

Dein Herz so fest und mild.

 

O wunderbares Grauen,

Zur selben Stund den Herrn

Im Wetterleuchten schauen,

Und über den stummen Gauen

Schuldloser Liebe Stern!

 

Und hat nun ausgerungen

Mein Deutschland siegeswund:

Was damals Lieb gesungen,

Was Schwerter dir geklungen,

Klingt fort im Herzensgrund.

 

Laß bilden die Gewalten!

Was davon himmlisch war,

Kann nimmermehr veralten,

Wird in der Brust gestalten

Sich manches stille Jahr.

 

Die Fesseln müssen springen,

Ja, endlich macht sichs frei,

Und Großes wird gelingen

Durch Taten oder Singen,

Vor Gott ists einerlei.


Das Gedicht "An meinen Bruder" stammt von   (1788 - 1857).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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