Das ist im Leben häßlich eingerichtet,

Daß bei den Rosen gleich die Dornen stehn,

Und was das arme Herz auch sehnt und dichtet,

Zum Schluße kommt das Voneinandergehn.

In deinen Augen hab′ ich einst gelesen,

Es blitzte drin von Lieb und Glück ein Schein:

Behüt dich Gott, es wär zu schön gewesen,

Behüt dich Gott, es hat nicht sollen sein!

 

Leid, Neid und Haß, auch ich hab′ sie empfunden,

Ein sturmgeprüfter müder Wandersmann.

Ich träumt′ von Frieden dann und stillen Stunden,

Da führte mich der Weg zu dir hinan.

In deinen Armen wollt′ ich ganz genesen,

Zum Danke dir mein junges Leben weih′n.

Behüt dich Gott, es wär zu schön gewesen,

Behüt dich Gott, es hat nicht sollen sein!

 

Die Wolken flieh′n, der Wind saust durch die Blätter,

Ein Regenschauer zieht durch Wald und Feld,

Zum Abschiednehmen just das rechte Wetter,

Grau wie der Himmel steht vor mir die Welt.

Doch, wend′ es sich zum Guten oder Bösen,

Du schlanke Maid, in Treuen denk′ ich dein.

Behüt dich Gott, es wär zu schön gewesen,

Behüt dich Gott, es hat nicht sollen sein!


Das Gedicht "Das ist im Leben..." stammt von   (1826 - 1886).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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