Traurend fühlt ich unsers Wissens Mängel,

Ach woher? wohin? da rief mein Engel,

Den mir Gott zu meinem Leiter gab,

Trockne deine Tränen, komm und höre

Meines Swedenborgs erhabne Lehre

Komm und lege deine Zweifel ab.

 

Und ich folgte seinem hohen Rufen,

Wankte hin an deines Tempels Stufen

Zitternd an des frohen Engels Hand,

Du empfingst mich freundlich an der Schwelle,

Führtest mich zur reinen Wahrheits-Quelle,

Und die dichte Finsternis verschwand.

 

Daß ich ganz der Menschheit Würde kenne,

Daß ich hohe Geister traulich nenne,

Großer Mann! das alles dank ich dir,

Daß ich mich von dieser Erde winde,

Meine Welt im Unsichtbaren finde,

Großer Mann! das alles dank ich dir!

 

Schwebe oft, du mein erhabner Meister,

Aus den Fluren jener reinen Geister,

Her zu deiner schwachen Schülerin;

Daß ich mich an jener Spott nicht kehre,

Die verkennen deine hohe Lehre,

Leite mich zur wahren Weisheit hin.


Das Gedicht "An Swedenborg" stammt von   (1757 - 1840).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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