Goldne Freiheit, kehre wieder

In mein wundes Herz zurück,

Weck mir neue, heitre Lieder

Und entwölke Geist und Blick.

 

Komm und trockne meine Tränen

Mit der rosig-zarten Hand,

Stille meines Busens Sehnen,

Löse, was die Liebe band.

 

Liebe schafft Olympos-Freuden,

Und wer ehrte sie wie ich? -

Tiefer doch sind ihre Leiden,

Und allein sie trafen mich.

 

Ach! mit Jahren voller Qualen,

Mit des halben Lebens Glück

Mußt ich ihre Wonne zahlen,

Flüchtig, wie ein Augenblick.

 

Ohne Freuden stieg der Morgen

Für mich arme Schwärmerin,

Und der Liebe bleiche Sorgen

Welkten meinen Frühling hin.

 

Wonne hat sie mir versprochen,

Treue war mein Gegenschwur,

Unsern Bund hat sie gebrochen,

Schmerz und Tränen gab sie nur. - -

 

Nimm für deine Palmenkrone

Was die Liebe mir verspricht,

Hier in dieser Männer-Zone

Grünt für mich die Myrte nicht.

 

Goldne Freiheit, kehre wieder,

Stimme meiner Harfe Ton;

Jubelt lauter, meine Lieder,

Ihr Umarmen fühl ich schon!


Das Gedicht "An die Freiheit" stammt von   (1757 - 1840).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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