Empfindt nicht die Brust

Entzückende Triebe,

Den Ursprung der Lust,

Die zärtliche Liebe?

 

Schon siegt der Affeckt!

Die Ruhe, die Schmerzen,

Entfliehen, erschreckt,

Den siegenden Scherzen.

 

Die Seufzer fliehn nach,

Und jagen sie weiter!

Ich fühl allgemach

Die Stärke der Streiter.

 

O glücklicher Krieg!

O fröhliche Stunden!

Itzt hab ich den Sieg

Der Liebe empfunden!

 

Die Lieb ist kein Schmerz!

Ich seh es aus Gründen:

Verschenkt man sein Herz,

Um Schmerz zu empfinden?


Das Gedicht "Gedankenleere Reime" stammt von (* 1725-11-25, † 1782-01-29).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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