Doris, eile doch mit den Gespielen!

Eile doch! die stille Lust zu fühlen,

Die des Frühlings Wiederkunft kann geben.

Wenn er kömmt, fängt alles an zu leben;

Wenn er flieht, entfliehen alle Freuden,

Und du mußt die stillen Küsse meiden,

Welche, wenn sein Hauch dich sanft berühret,

Zephyr oft dir schmeichelnd zugeführet.

Wiesen, die wie ganz erstorben schienen,

Fangen itzt von neuem an zu grünen.

Alles lebt, mit neuer Lust, vergnüget,

Weil der rauhe Winter ist besieget.

Sey vergnügt bey deines Thyrsis Küssen,

Laß ihm oft sein größtes Glücke wissen,

Das er nur in deinem Arm genießet:

Dadurch wird der Liebe Schmerz versüßet.


Das Gedicht "Aufmunterung zum Vergnügen" stammt von (* 1725-11-25, † 1782-01-29).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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