Zwischen dem Alten,

Zwischen dem Neuen

Hier uns zu freuen,

Schenkt uns das Glück,

Und das Vergangne

Heißt mit Vertrauen

Vorwärts zu schauen,

Schauen zurück.

 

Stunden der Plage,

Leider, sie scheiden

Treue von Leiden,

Liebe von Lust;

Bessere Tage

Sammlen uns wieder,

Heitere Lieder

Stärken die Brust.

 

Leiden und Freuden,

Jener verschwundnen,

Sind die Verbundnen

Fröhlich gedenk.

O des Geschickes

Seltsamer Windung!

Alte Verbindung,

Neues Geschenk!

 

Dankt es dem regen,

Wogenden Glücke,

Dankt dem Geschicke

Männiglich Gut;

Freut euch des Wechsels

Heiterer Triebe,

Offener Liebe,

Heimlicher Glut!

 

Andere schauen

Deckende Falten

Über dem Alten

Traurig und scheu:

Aber uns leuchtet

Freundliche Treue;

Sehet, das Neue

Findet uns neu.

 

So wie im Tanze

Bald sich verschwindet,

Wieder sich findet

Liebendes Paar:

So durch des Lebens

Wirrende Beugung

Führe die Neigung

Uns in das Jahr!


Das Gedicht "Zum neuen Jahr " stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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