Nach Mittage saßen wir

Junges Volk im Kühlen;

Amor kam, und Stirbt der Fuchs

Wollt′ er mit uns spielen.

 

Jeder meiner Freunde saß

Froh bei seinem Herzchen;

Amor blies die Fackel aus,

Sprach: "Hier ist das Kerzchen!"

 

Und die Fackel, wie sie glomm,

Ließ man eilig wandern;

Jeder drückte sie geschwind

In die Hand des andern.

 

Und mir reichte Dorilis

Sie mit Spott und Scherze.

Kaum berührt mein Finger sie,

Hell entflammt die Kerze;

 

Sengt mir Augen und Gesicht,

Setzt die Brust in Flammen:

Über meinem Haupte schlug

Fast die Glut zusammen.

 

Löschen wollt′ ich, patschte zu;

Doch es brennt beständig;

Statt zu sterben, ward der Fuchs

Recht bei mir lebendig.


Das Gedicht "Stirbt der Fuchs, so gilt der Balg" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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