Da droben auf jenem Berge,

Da steh′ ich tausendmal

An meinem Stabe gebogen

Und schaue hinab in das Tal.

 

Dann folg′ ich der weidenden Herde,

Mein Hündchen bewahret mir sie.

Ich bin herunter gekommen

Und weiß doch selber nicht wie.

 

Da stehet von schönen Blumen

Die ganze Wiese so voll.

Ich breche sie, ohne zu wissen,

Wem ich sie geben soll.

 

Und Regen, Sturm und Gewitter

Verpaß′ ich unter dem Baum.

Die Türe dort bleibet verschlossen

Doch alles ist leider ein Traum.

 

Es stehet ein Regenbogen

Wohl über jenem Haus!

Sie aber ist weggezogen,

Und weit in das Land hinaus.

 

Hinaus in das Land und weiter,

Vielleicht gar über die See.

Vorüber, ihr Schafe, vorüber!

Dem Schäfer ist gar so weh.


Das Gedicht "Schäfers Klagelied" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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