Ein Strom entrauscht umwölktem Felsensaale,

Dem Ozean sich eilig zu verbinden;

Was auch sich spiegeln mag von Grund zu Gründen,

Er wandelt unaufhaltsam fort zu Tale.

 

Dämonisch aber stürzt mit einem -

Ihr folgen Berg und Wald in Wirbelwinden -

Sich Oreas, Behagen dort zu finden,

Und hemmt den Lauf, begrenzt die weite Schale.

 

Die Welle sprüht, und staunt zurück und weichet,

Und schwillt bergan, sich immer selbst zu trinken;

Gehemmt ist nun zum Vater hin das Streben.

 

Sie schwankt und ruht, zum See zurückgedeichet;

Gestirne, spiegelnd sich, beschau′n das Blinken

Des Wellenschlags am Fels, ein neues Leben.


Das Gedicht "Mächtiges Überraschen" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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