Knabe saß ich, Fischerknabe,

Auf dem schwarzen Fels am Meer,

Und, bereitend falsche Gabe,

Sang ich, lauschend ringsumher.

Angel schwebte lockend nieder;

Gleich ein Fischlein streift und schnappt,

Schadenfrohe Schelmenlieder,

Und das Fischlein war ertappt.

 

Ach! am Ufer, durch die Fluren,

Ins Geklüfte tief zum Hain,

Folgt ich einer Sohle Spuren,

Und die Hirtin war allein.

Blicke sinken, Worte stocken! 

Wie ein Taschenmesser schnappt,

Faßte sie mich in die Locken,

Und das Bübchen war ertappt.

 

Weiß doch Gott, mit welchem Hirten

Sie auf′s neue sich ergeht!

Muß ich in das Meer mich gürten,

Wie es sauset, wie es weht.

Wenn mich oft im Netze jammert

Das Gewimmel groß und klein;

Immer möcht ich noch umklammert

Noch von ihren Armen sein!


Das Gedicht "Lust und Qual" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte