Lasset Gelehrte sich zanken und streiten,

Streng und bedächtig die Lehrer auch sein!

Alle die Weisesten aller der Zeiten

Lächeln und winken und stimmen mit ein:

Töricht, auf Beßrung der Toren zu harren!

Kinder der Klugheit, o habet die Narren

Eben zum Narren auch, wie sich′s gehört!

 

Merlin der Alte, im leuchtenden Grabe,

Wo ich als Jüngling gesprochen ihn habe,

Hat mich mit ähnlicher Antwort belehrt:

Töricht, auf Beßrung der Toren zu harren!

Kinder der Klugheit, o habet die Narren

Eben zum Narren auch, wie sich′s gehört!

 

Und auf den Höhen der indischen Lüfte

Und in den Tiefen ägyptischer Grüfte

Hab′ ich das heilige Wort nur gehört:

Töricht, auf Beßrung der Toren zu harren!

Kinder der Klugheit, o habet die Narren

Eben zum Narren auch, wie sich′s gehört!


Das Gedicht "Kophtisches Lied" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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