Alles kündet dich an!

Erscheinet die herrliche Sonne,

Folgst du, so hoff ich es, bald.

 

Trittst du im Garten hervor,

So bist du die Rose der Rosen,

Lilie der Lilien zugleich.

 

Wenn du im Tanze dich regst,

So regen sich alle Gestirne

Mit dir und um dich umher.

 

Nacht! und so wär es denn Nacht!

Nun überscheinst du des Mondes

Lieblichen, ladenden Glanz.

 

Ladend und lieblich bist du,

Und Blumen, Mond und Gestirne

Huldigen, Sonne, nur dir.

 

Sonne! so sei du auch mir

Die Schöpferin herrlicher Tage;

Leben und Ewigkeit ist′s.


Das Gedicht "Gegenwart" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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