Euch, o Grazien, legt die wenigen Blätter ein Dichter

Auf den reinen Altar, Knospen der Rose dazu,

Und er tut es getrost. Der Künstler freuet sich seiner

Werkstatt, wenn sie um ihn immer ein Pantheon scheint.

Jupiter senket die göttliche Stirn, und Juno erhebt sie;

Phöbus schreitet hervor, schüttelt das lockige Haupt;

Trocken schauet Minerva herab, und Hermes, der leichte,

Wendet zur Seite den Blick, schalkisch und zärtlich zugleich.

Aber nach Bacchus, dem weichen, dem träumenden, hebet Cythere

Blicke der süßen Begier, selbst in dem Marmor noch feucht.

Seiner Umarmung gedenket sie gern und scheinet zu fragen:

»Sollte der herrliche Sohn uns an der Seite nicht stehn?«


Das Gedicht "Euch, o Grazien..." stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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