Donnerstag nach Belvedere,

Freitag geht′s nach Jena fort:

Denn das ist, bei meiner Ehre,

Doch ein allerliebster Ort!

Samstag ist′s, worauf wir zielen,

Sonntag rutscht man auf das Land;

Zwäzen, Burgau, Schneidemühlen

Sind uns alle wohlbekannt.

 

Montag reizet uns die Bühne;

Dienstag schleicht dann auch herbei,

Doch er bringt zu stiller Sühne

Ein Rapuschchen frank und frei.

Mittwoch fehlt es nicht an Rührung:

Denn es gibt ein gutes Stück;

Donnerstag lenkt die Verführung

Uns nach Belveder′ zurück.

 

Und es schlingt ununterbrochen

Immer sich der Freudenkreis

Durch die zweiundfunfzig Wochen,

Wenn man′s recht zu führen weiß.

Spiel und Tanz, Gespräch, Theater,

Sie erfrischen unser Blut;

Laßt den Wienern ihren Prater;

Weimar, Jena, da ist′s gut!


Das Gedicht "Die Lustigen von Weimar" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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