Die Dame

Was ein weiblich Herz erfreue

In der klein- und großen Welt?

Ganz gewiß ist es das Neue,

Dessen Blüte stets gefällt;

Doch viel werter ist die Treue,

Die auch in der Früchte Zeit,

Noch mit Blüten uns erfreut.

 

Der junge Herr

Paris war, in Wald und Höhlen,

Mit den Nymphen wohl bekannt,

Bis ihm Zeus, um ihn zu quälen,

Drei der Himmlischen gesandt;

Und es fühlte wohl im Wählen,

In der alt und neuen Zeit,

Niemand mehr Verlegenheit.

 

Der Erfahrne

Geh den Weibern zart entgegen,

Du gewinnst sie, auf mein Wort;

Und wer rasch ist und verwegen,

Kommt vielleicht noch besser fort;

Doch wem wenig dran gelegen

Scheinet, ob er reizt und rührt,

Der beleidigt, der verführt.

 

Der Zufriedne

Vielfach ist der Menschen Streben,

Ihre Unruh′, ihr Verdruß;

Auch ist manches Gut gegeben,

Mancher liebliche Genuß;

Doch das größte Glück im Leben

Und der reichlichste Gewinn

Ist ein guter, leichter Sinn.

 

Der lustige Rat

Wer der Menschen töricht Treiben

Täglich sieht und täglich schilt,

Und, wenn andre Narren bleiben,

Selbst für einen Narren gilt,

Der trägt schwerer als zur Mühle

Irgendein beladen Tier.

Und, wie ich im Busen fühle,

Wahrlich! so ergeht es mir.


Das Gedicht "Antworten bei einem gesellschaftlichen Fragespiel " stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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