Ich:
Engel des Todes, du kommst, mich abzuholen: ich bitte
Mir zu sagen, wohin? – Engel des Todes, du schweigst?
Der Engel:
Weil befohlen mir ist, dirs nicht zu sagen, so schweig ich;
Aber wohin du auch kommst, wartet dein Vater auf dich.
Gedichte
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Ich:
Engel des Todes, du kommst, mich abzuholen: ich bitte
Mir zu sagen, wohin? – Engel des Todes, du schweigst?
Der Engel:
Weil befohlen mir ist, dirs nicht zu sagen, so schweig ich;
Aber wohin du auch kommst, wartet dein Vater auf dich.
Das Gedicht "Letztes Gespräch" stammt von Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719 - 1803).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.