Mich ließ Apoll auf Parnaßes Höhen

Die himmlische und ird′sche Venus sehen;

Die ein′ umgab von Tugenden ein Thor:

Ich sah bey ihr die Weisheit selber stehen;

Ihr Finger wieß entfernt des Glückes Thor.

Die zwot′, umhüpft von Scherzen und von Freuden,

Warf Rosen aus, sang Amorn lächelnd vor.

Wähl′, sprach Apoll, die würdigste von beyden! -

Gelehrter Gott, versetzt′ ich demuthsvoll:

Gebiete nicht, daß ich sie trennen soll:

Gewähre mir, dann so nur geh′ ich sicher!

Die für mich selbst, die dort für meine Bücher.

 


Das Gedicht "Die himmlische und irdische Venus" stammt von   (1721 - 1781).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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