Ich merke, daß die Flur, die Stadt, die ganze Welt,

Mir itzo wiederum, auch ohne dich, gefällt;

Ich höre dich nicht mehr, wie sonst, erröthend nennen,

Und kann mich überall, gelaßen, von dir trennen.

Ich glühe Tags nicht mehr, dir immer nachzuziehn;

In Träumen seh ich dich auch Nachts nicht mehr entfliehn.

Kein Blick von dir findt mehr den Weg zu meinem Herzen;

Dein Lächeln macht mir nicht, wie vormahls, süse Schmerzen.

Ich bin kein König mehr, ertheilstu mir Gehör;

Und glaube, Phillis, fast: ich liebe dich nicht mehr.

 


Das Gedicht "An Phillis" stammt von   (1721 - 1781).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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