Zu dem Merkur sprach einst der Gott der Liebe:

"Du bist der Gott der Krämer und der Diebe

Und der Beredsamkeit. Mein Freund,

Wie hast du alles das vereint?

In so verschiedenen Revieren

Mit Glück und Ehre zu regieren,

Dazu gehört Geschicklichkeit,

Dazu gehören seltne Gaben."

 

"Ja", sprach Merkur, "und sie haben

Braucht es Erfahrung, Müh und Zeit.

Erst war ich nur der Handelschaft zu dienen

Vom Vater Jupiter ernannt.

Die Diebe fand ich unter ihnen,

Und sie vertrauten mir ihr Land.

Doch einst von beiden Nationen

Lernt´ich, dem Reich der Redner vorzustehn,

Die Kunst, die Wahrheit fein zu schonen

Und fein die Welt zu hintergehen."


Das Gedicht "Merkur und Amor" stammt von   (1741 - 1791).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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