Arbeit, ihr Mädchen,

Bringt süßen Gewinn:

Da schnurren am Rädchen

Lustig die neblichten Tage dahin!

 

Mädchen, die der Ruhe pflegen,

Die gemächlich in den Schoß

Ihre zarten Hände legen,

Werden nie der Sorge los.

 

Arbeit, ihr Mädchen,

Bringt süßen Gewinn:

Da schnurren am Rädchen

Lustig die neblichten Tage dahin!

 

Langeweile baut im Stillen

Ihren Herd beim Müßiggang;

Unterbrochen dann von Grillen

Wird der häusliche Gesang.

 

Arbeit, ihr Mädchen,

Bringt süßen Gewinn:

Da schnurren am Rädchen

Lustig die neblichten Tage dahin!

 

Gern sein liebes Rädchen hören;

O das sichert vor Gefahr!

Und so tragt ihr einst mit Ehren

Euren Hochzeitkranz im Haar.

 

Arbeit, ihr Mädchen,

Bringt süßen Gewinn:

Da schnurren am Rädchen

Lustig die neblichten Tage dahin!


Das Gedicht "Spinnerlied" stammt von   (1740 - 1814).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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