Jusque dans la moindre chose.

 

Holdes Mädchen! unser Leben

War ein frohes Hirtenspiel:

Kränze durften wir uns geben,

Küsse, wenn es uns gefiel.

 

Heerde, Stab und Fest und Freude,

Lieb und Kränze sind dahin!

Dennoch reden Flur und Weide

Mir von meiner Schäferinn.

 

Engel oder Liebesgötter

Mahlen dein getreues Bild

Auf die kleinsten Rosenblätter:

Alles ist von dir erfüllt.

 

Deinen Athem haucht die Nelke,

Wenn ihr Balsamduft sich hebt:

Du erscheinst mir im Gewölke,

Das am blauen Himmel schwebt.

 

Welch ein Lispeln auf den Höhen!

Welch ein Säuseln um den Fluß!

O ich fühl′ im sanften Wehen,

O ich fühle deinen Kuß.

 

Unter lockenden Schalmeyen,

In der Nachtigall Gesang,

Im Geflüster junger Meyen

Hör′ ich deiner Stimme Klang.

 

Ja! du rufst mich aus der Ferne,

Rauschest mir im finstern Hain,

Blickst herab von jenem Sterne,

Lachst mich an im Mondenschein;

 

Kommst in nahenden Gewittern;

Denn es gleicht ihr banger Zug

Jenem Schweigen, jenem Zittern,

Als mein Herz an deinem schlug.


Das Gedicht "Nach dem Französischen" stammt von   (1740 - 1814).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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