Das Grab ist tief und stille,

Und schauderhaft sein Rand;

Es deckt mit schwarzer Hülle

Ein unbekanntes Land.

 

Das Lied der Nachtigallen

Tönt nicht in seinem Schoß;

Der Freundschaft Rosen fallen

Nur auf des Hügels Moos.

 

Verlaßne Bräute ringen

Umsonst die Hände wund;

Der Waise Klage dringen

Nicht in der Tiefe Grund.

 

Doch, sonst an keinem Orte

Wohnt die ersehnte Ruh′;

Nur durch die dunkle Pforte

Geht man der Heimat zu.

 

Das arme Herz, hienieden

Von manchem Sturm bewegt,

Erlangt den wahren Frieden

Nur, wo es nicht mehr schlägt.


Das Gedicht "Das Grab" stammt von   (1762 - 1834).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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