Vergessen wollt ich ganz Lauretten;
Ich hatt′ es wenigstens gedacht.
Ich rief: Vernunft, zerbrich nur meine Ketten,
Und zeige deine Macht.
O Thor! sprach sie mit Zauber-Tönen:
Der gute Amor ist mein Freund.
Wir haben uns zur Ehre deiner Schönen
Zum erstenmal vereint.
Wie? Amor und Vernunft befehlen
Zu seufzen? - Quälender Betrug!
Es sey! Doch, ach! die Sterblichen zu quälen,
Wär einer schon genug!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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