Endlich bleibt nicht ewig aus,

Endlich wir der Trost erscheinen,

Endlich grünt der Hoffnungsstrauß,

Endlich hört man auf zu weinen,

Endlich bricht der Tränenkrug,

Endlich spricht der Tod: Genug!

 

Endlich wird aus Wasser Wein

Endlich kommt die rechte Stunde,

Endlich fällt der Kerker ein,

Endlich heilt die tiefste Wunde,

Endlich kommt aus Sklaverei

Der gefangne Joseph frei.

 

Endlich, endlich kann der Neid,

Endlich aus Herodes sterben,

Endlich Davids Hirtenkleid

Seinen Saum in Purpur färben,

Endlich macht die Zeit den Saul

Zur Verfolgung schwach und faul.

 

Endlich nimmt der Lebenslauf

Unsers Elends auch ein Ende,

Endlich steht ein Heiland auf,

Der das Joch der Knechtschaft wende,

Endlich machen vierzig Jahr

Die Verheißung zeitig wahr.

 

Endlich blüht die Aloe,

Endlich trägt der Palmbaum Früchte,

Endlich schwindet Furcht und Weh,

Endlich wird der Schmerz zu nichte,

Endlich sieht man Freudental,

Endlich, endlich kommt einmal.


Das Gedicht "Trostaria" stammt von   (1695 - 1723).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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