So an ein Stammbuch hingezerrt
hat man Verdruss.
Man fühlt sich aufs Klosett gesperrt
Obwohl man gar nicht muss.
Denn mancher Gast will weitergehn
Und will nichts stehen lassen
Und seine Klexe ungesehen
Nur werfen, wo sie passen.
Gedichte
Joachim Ringelnatz
So an ein Stammbuch hingezerrt
hat man Verdruss.
Man fühlt sich aufs Klosett gesperrt
Obwohl man gar nicht muss.
Denn mancher Gast will weitergehn
Und will nichts stehen lassen
Und seine Klexe ungesehen
Nur werfen, wo sie passen.
Das Gedicht "Stammbuchvers" stammt von Joachim Ringelnatz (1883 - 1934).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.