Dass bald das neue Jahr beginnt,

Spür ich nicht im geringsten.

Ich merke nur: Die Zeit verrinnt

Genauso wie zu Pfingsten,

 

Genau wie jährlich tausendmal.

Doch Volk will Griff und Daten.

Ich höre Rührung, Suff, Skandal,

Ich speise Hasenbraten.

 

Mit Cumberland, und vis-à-vis

Sitzt von den Krankenschwestern

Die sinnlichste. Ich kenne sie

Gut, wenn auch erst seit gestern.

 

Champagner drängt, lügt und spricht wahr.

Prosit, barmherzige Schwester!

Auf! In mein Bett! Und prost Neujahr!

Rasch! Prosit! Prost Silvester!

 

Die Zeit verrinnt. Die Spinne spinnt

In heimlichen Geweben.

Wenn heute nacht ein Jahr beginnt,

Beginnt ein neues Leben.


Das Gedicht "Silvester" stammt von   (1883 - 1934).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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