Willkommen kleine Bürgerin

Im bunten Tal der Lügen!

Du gehst dahin, du Lächlerin!

Dich ewig zu betrügen

 

Was weinest du? die Welt ist rund

Und nichts darauf beständig.

Das Weinen nur ist ungesund

Und der Verlust notwendig.

 

Einst wirst du, kleine Lächlerin!

Mit süßerm Schmerze weinen

Wenn alle deinen treuen Sinn

Gott! zu verkennen scheinen.

 

Dann wirst du stehn auf deinem Wert

Und blicken, wie die Sonne

Von der ein jeder weg sich kehrt

Zu blind für ihre Wonne.

 

Bis daß der Adler kommen wird

Aus fürchterlichen Büschen,

Der Welten ohne Trost durchirrt -

Wie wirst du ihn erfrischen!


Das Gedicht "Willkommen kleine Bürgerin" stammt von   (1751 - 1792).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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