1.

 

Von Gram und Taumel fortgerissen,

Verzweiflungsvoll dein Bild zu küssen,

Ach, alles, was mir übrig ist.

Dies Bild will ich am Munde halten,

Wenn alles an mir wird erkalten

Und du mir selbst nicht denkbar bist.

 

2.

 

Verzeih den Kranz, den eines Wilden Hand

Um dein geheiligt Bildniß wand,

Hier, wo er unbekannt der Welt,

In dunkeln Wäldern, die ihn schützen,

Im Tempel der Natur es heimlich aufgestellt,

Und wenn er davor niederfällt,

Die Götter selbst auf ihren Flammensitzen

Für eifersüchtig hält.


Das Gedicht "An Henriette" stammt von   (1751 - 1792).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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