Ick bin in Tempelhof jeboren

Der Flieder wächst mich aus die Ohren.

In meinem Maule grast die Kuh.

 

Ick geh zuweilen sehr und schwanger

Auf einem Blumen-i-o-anger

Mein Vater, was sagst Du dazu?

 

Wir gleichen sehr den Baletteusen,

Pleureusen - Dösen - Schnösen - lösen.

Gewollt zu haben - selig sein.

 

Verehrte Herrn, verehrte Damen,

Die um mich hören herzu kamen

Dies widmet der Gesangverein.

 

Und Jungfraun kamen wunderbar

Geschmeide scheidegelb im Haar

Mit schlankgestielten Lilien.

 

Der Kakagei und Papadu

Die sahen auch dabei dazu

Und kamen aus Brasilien.


Das Gedicht "Ick bin in Tempelhof jeboren... " stammt von   (1886 - 1927).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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