Früh, eh der Tag seine Schwingen noch regt,

Alles noch schlummert und träumet und ruht,

Blümchen noch nickt in der Winde Hut,

Eh noch im Forste ein Vogel anschlägt,

 

Schreitet ein Engel

Durchs tauweiße Land

Streut ans den Segen

Mit schimmernder Hand.

 

Und es erwachet die Au und der Wald.

Blumen bunt reiben die Äuglein sich klar,

Staunen und flüstern in seliger Schar.

Aufstrahlt die Sonne, ein Amselruf schallt.

 

Aber der Engel

Zog längst schon landaus.

Flog wieder heim

In sein Vaterhaus.


Das Gedicht "Früh, eh der Tag seine Schwingen noch regt" stammt von   (1886 - 1927).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte