Die Ersten sinds, sie sind im besten Zug

Vom willenlosen Haufen sich zu lösen.

Erkennend eitel Schimmer, seichten Trug

Der großen Reden abgenutzte Blößen,

Klangvolle Phrasen, ein vereinter Schwall

Der überflutet Erdehöhen und Täler,

Allüberall der gleiche Wiederhall,

Der gleiche Köder und der gleiche Wähler.

Wohl wächst der Massen Schrei nach Glück und Brot

Doch übertönt er nicht die Worte der Vertreter,

Es fallen Opfer tiefster Seelennot,

Die Masse fällt dem Zeichen der Verräter.

So lausch ich freudig, wenn mit wildem Schrei

Die Brust erfüllt von froher Zukunft ahnen

Sich einer ringt vom Heerdentaumel frei

Kraftvoll empor auf selbstgewollten Bahnen.


Das Gedicht "Die Ersten" stammt von   (1886 - 1927).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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