I.

 

Auf das Gesuch des Negers schwieg die große Huppe

Und Emmys höllenrotes Schlankbein war komplett.

Auf′s Ruhbett steige ich als Archipenko-Puppe

Und predige Diabolik dem Magnet-Korsett.

 

O Vielgetön eisgelb geschwollener Sardinen!

Belache, Publikum, den heroiquen Selbstmord der Diseuse!

4 Geiger biegen übern Brustkorb rote Eisenschienen.

Das Auge Gottes wacht auf der Pleureuse.

 

O Reitpferd Franz! Cönakelhafte Wanze!

Die Welt ist tief besoffen, glasäugig, voll Epilepsie.

Trompetenschnauze schlägt in violette Bassprotuberantze.

Röhrend äsen Kaiser Wilhelms Hippopodami.

 

 

II.

 

Die lilafarbene Pagodentrommel scheppert schief.

Wellenbock heißt der Cellist, Krassmilch und Kuttelfleck.

Es knerpelt Nackenwirbel sich fatal zu hohen Drehgewinden.

Eh lala! Musik sägt mir die Flanken auf.

 

Die Brüder Moll und Jebby blasen auf der Okarina.

Orchestermusik rechts schwenkt hinein in die offene Flanke.

Ein ganzer Unterleib voll Musik und Trompetenrohr.

Dick vom Kind tänzelt die Diseuse aus der Garderobe.


Das Gedicht "Cabaret (1)" stammt von   (1886 - 1927).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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