Wer hat die schönsten Schäfchen?
Die hat der gold′ne Mond,
Der hinter jenen Bäumen
Am Himmel droben wohnt.
Er kommt am späten Abend,
Wenn alles schlafen will,
Hervor aus seinem Hause
Zum Himmel leis′ und still.
Dann weidet er die Schäfchen
Auf seiner blauen Flur,
Denn all′ die weißen Sterne
Sind seine Schäfchen nur.
Sie tun uns nichts zu Leide
Hat eins das and′re gern,
Und Schwestern sind und Brüder
Da droben Stern an Stern.
Und soll ich dir ein′s bringen,
So darfst du niemals schrei′n,
Mußt freundlich wie die Schäfchen
Und wie ihr Schäfer sein.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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