Dornröschen schläft schon manches Jahr,
und mit dem guten Kinde
schläft Alles was ihm teuer war,
sein Haus- und Hofgesinde.

Da tönt kein Wort, da schallt kein Lied,
da wohnt nur Geisterschauer,
und eine dichte Hecke zieht
sich um des Schlosses Mauer.

Und höher wird Jahr aus Jahr ein
das wilde Dorngehege;
nur Mond und Sonne blickt hinein
vom hohen Himmelswege.

Und Zinnen, Dach und Wetterhahn
sind längst dem Blick entschwunden,
und Niemand hat bisher die Bahn
noch auch das Schloß gefunden.


Das Gedicht "Dornröschen" stammt von   (1798 - 1874).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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