Ich weiß ein Garten hübsch und fein,
da blüht ein rotes Röselein;
Und darum ist ein Heckenzaun,
im Sommer grün, im Winter braun.
Und wer das Röslein brechen will,
muss kommen stumm, muss kommen still;
Muss kommen bei der dustren Nacht,
wenn weder Mond noch Sternlein wacht.
Ich wollte meinem Glück vertraun,
stieg heimlich übern Gartenzaun;
Das rote Röslein war geknickt,
ein andrer hatte es gepflückt.
Das Gärtchen ist nun kahl und leer,
das rote Röslein blüht nicht mehr;
Betrübt muss ich von weitem stehn
und nach dem Rosengarten sehn.
Das Gedicht "Der Rosengarten" stammt von Hermann Löns (1866 - 1914).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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